Die Musikkapelle Naturns stellt sich vor:

1856 schlossen sich sieben beherzte Männer unter der Leitung des Lehrers Schnegg zur einer Musikbande zusammen. 1877 kam es zur Aufsplitterung des Vereines in zwei Kapellen, die „Kirchliche" und die „Wilde". Die Trennung dauerte jedoch nicht lange und man musizierte wieder gemeinsam. In den 80-Jahren muss die Kapelle ihren Schutzherren gewechselt haben, denn sie wurde des Öfteren als Feuerwehrskapelle erwähnt. Im Jahre 1885 hatte sie sich inzwischen unter der Leitung des Lehrers Schwienbacher zu einem ansehnlichen Klangkörper von 32 Mann entwickelt.

Der Beginn des 20 Jahrhunderts scheint für die Kapelle eine Blütezeit gewesen zu sein, in der sie eine rege Tätigkeit entfaltete und unter der Leitung von Alois Klotz musikalische Erfolge erntete. 1909 wurde sie anlässlich der 100-Jahr-Feier der Tiroler Freiheitskämpfe nach Innsbruck eingeladen und hatte dabei die Ehre Kaiser Franz Josef ein Ständchen vorzuspielen.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde dem intensiven und erfolgreichen Musikleben ein jähes Ende gesetzt. Viele Musikanten kehrten nicht mehr von der Front zurück.

1919 wurde das erste große Konzert der Naturnser Nationalkapelle abgehalten. Den Dirigentenstab führte damals Johann Müller. Aber eine nicht zu lange Dauer sollte der verheißungsvollen Vereinstätigkeit beschieden sein. Es gelang der Vereinsführung nur schwer, die Kapelle zusammenzuhalten, bis sie 1935 aufgrund des großen politischen Drucks und der Schikanen aufgelöst wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg versuchte man die Kapelle von Grund auf neu aufzubauen und am Ostersonntag 1946 fand das 1. Nachkriegskonzert unter der Leitung von Josef Kristanell statt. Im Jahre 1956 feierte die Kapelle ihr 100.jähriges Jubiläum. Im Anschluss daran verstand es die damalige Vereinsführung durch verschiedene Auslandreisen - damals keine Selbstverständlichkeit - und durch die Beteiligung an Wertungsspielen Vereinsgeist und Kameradschaft unter die Mitglieder zu bringen und den Zusammenhalt zu pflegen. Durch die nachfolgenden Kapellmeister Franz Klotz sowie Professor Hans Haller aus Meran wurde die Kapelle durch die erworbenen Kenntnisse und durch die Fertigkeiten zu einem anerkennenswerten Klangkörper, der sich bei Auslandreisen und verschiedenen Konzerten und Ausrückungen sehen und hören lassen konnte.

Seit dem Jahre 1971 trägt Josef Hanny als Kapellmeister (und als langjähriger Leiter der Musikschule Naturns) die musikalische Verantwortung, und unter seiner Direktion hat sich die Musikkapelle Naturns zu einem hervorragenden Blasorchester im Land entwickelt. Dies belegt nicht nur der große musikalische Erfolg, der sich alljährlich beim traditionellen Frühjahrskonzert einstellt, sondern dies wird auch eindrucksvoll von den 4 Wertungsspielen in der Kunststufe - Stufe D- ( 1979 beim Bezirksmusikfest in Lana, 1988 beim Bezirksmusikfest in Meran, 1993 beim Bezirksmusikfest in Dorf Tirol, 1995 beim Landesmusikfest in Meran) untermauert, die alle mit ausgezeichnetem Erfolg absolviert wurden. Vor allem ob ihres warmen, runden, sinfonischen Klanges wird die Musikkapelle von außenstehenden Fachleuten bewundert.
In diese Zeit fallen u. a. auch Konzertreisen nach Berlin( 1977), nach Wien (1980), nach Pedara/Sizilien (1982) nach Fiuggi bei Rom (1984), nach Brühl bei Köln (1985, 1988, 1991) und nach Wiesbaden (1998) und zwei Studioaufnahmen im Jahre 1983 und 1987. Seit der Fertigstellung des erweiterten Probelokals „ Johann-Platzgummer-Haus" im Jahre 1991 findet die Kapelle optimale Probenbedingungen vor.

Im Jahre 2006 feierte die Musikkapelle Naturns ihr 150-jähriges Bestehen mit verschiedenen bunt gemischten, musikalischen Aktivitäten und Feierlichkeiten. Zu diesem Anlass erschien auch ein neuer Tonträger „MK Naturns 150 Jahre" und eine umfassende Festschrift „MK Naturns 1856-2006".

Mit dem Auftritt zum Feste der heiligen Cäcilia am 21. November 2010 erfolgt die Übergabe der musikalischen Leitung nach 40 Jahren durch unseren geschätzten Kapellmeister Josef Hanny an seinen Nachfolger Dietmar Rainer.

Die Musikkapelle erfüllt mit ihren vielfältigen Auftritten bei kirchlichen und weltlichen Feiern eine wichtige Funktion in gesellschaftlicher Hinsicht im Dorf und gibt auch vielen jungen Menschen die Möglichkeit, ihr musikalisches Talent zu entdecken, zu fördern und im Zusammenspiel und gemeinsamen Musizieren persönlichen Gewinn, Wertschätzung und Zugehörigkeit zu erfahren.