Prähistorische Parkverbote, Gladiatorenkämpfe, Hexenverfolgung, wilde Pferderitte, Liebesromanzen, eine kaputte Zeitmaschine und zwei verzweifelte Nachrichtensprecher. Die diesjährigen Sommernachtskonzerte der Musikkapelle Naturns entführten das Publikum auf eine turbulente Reise durch die Jahrhunderte.
Was kann schon schiefgehen, wenn zwei Nachrichtensprecher eine Zeitmaschine erstmals live vor Publikum testen? Wie sich beim diesjährigen Sommernachtskonzert der Musikkapelle Naturns herausstellte, so einiges! Für Horst Heinrich Tschurtschenthaler und Brennpunkt-Babsi Unterguggenberger, gespielt von Daniel Götsch und Judith Leiter, stand diesmal eine ganz spezielle Ausgabe von „Naturns Heute“ auf dem Programm. Statt aus dem gewohnten Nachrichtenstudio meldeten sich die beiden live von der Freilichtbühne Naturns, wo mit NATURNS 1 eine außergewöhnliche Erfindung präsentiert wurde. Die zur Zeitmaschine umfunktionierte rote „Ape 50“ war angeblich in Zusammenarbeit mit der N.A.S.A., dem Naturnser Amt für spektakuläre Ausflüge, entwickelt worden und sollte nun erstmals auf ihre Zeitreisetauglichkeit geprüft werden.
Gesagt, getan! Mit NATURNS 1 begaben sich die beiden Nachrichtensprecher auf eine ebenso ungewöhnliche wie gefährliche Reise durch die Jahrhunderte. Dabei führte sie ihr Abenteuer durch die bewegte Geschichte von Naturns, das sich mit jedem Zeitsprung von einer völlig neuen Seite zeigte. Von der Steinzeit über die Römerzeit bis hin zum Wilden Westen erlebten die beiden Moderatoren so manches Abenteuer. Ob bei einer steinzeitlichen Parkkontrolle, gefährlichen Gladiatorenkämpfen, einem beinahe vollzogenen Scheiterhaufen oder einem wilden Ritt im Wilden Westen, Horst und Babsi gerieten immer wieder in brenzlige Situationen. Dass die beiden dabei mehr als einmal nur knapp mit heiler Haut davonkamen, machte die erste Testfahrt von NATURNS 1 nicht gerade einfacher.
Im Laufe der Zeitreise spitzten sich die Ereignisse immer weiter zu. Während Horst Hals über Kopf sein Herz an Anita verlor, wurde NATURNS 1 beschädigt und die Rückkehr in die Gegenwart schien unmöglich. In dieser misslichen Lage blieb den beiden Nachrichtensprechern nichts anderes übrig, als die Feuerwehr Naturns zu Hilfe zu rufen. Die herbeigeeilten Feuerwehrmänner konnten die Situation zwar unter Kontrolle bringen, entfachten bei Babsi allerdings gleich das nächste Feuer. Schließlich gelang es, die Zeitmaschine wieder flottzumachen, sodass die beiden Nachrichtensprecher gerade noch rechtzeitig zur großen Party der Musikkapelle Naturns ins Jahr 2026 zurückkehren konnten.
Hinter dieser abenteuerlichen Zeitreise steckte das einfallsreiche Konzept von Fabian Fleischmann, der mit Drehbuch und Regie den Grundstein für die Inszenierung legte. Unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Hannes Schrötter und mit Daniel Götsch und Judith Leiter in der Projektentwicklung und Moderation verschmolzen Musik, Schauspiel und eine gehörige Portion Humor zu einem abwechslungsreichen Gesamterlebnis. Dabei bewiesen die Mitglieder der Musikkapelle Naturns nicht nur ihr musikalisches Können, sondern schlüpften auch selbst in die unterschiedlichsten Rollen und sorgten mit Gesangseinlagen für zusätzliche Höhepunkte. So erwachten die verschiedenen Zeitalter auf der Freilichtbühne zum Leben, während die Musik als verbindendes Element durch die gesamte Zeitreise führte.
Das Sommernachtskonzert wurde in diesem Jahr erstmals an drei Abenden aufgeführt. Neben den beiden öffentlichen Konzerten fand eine exklusive Vorstellung für jene Unternehmen und Privatpersonen statt, die mit ihren Spenden zur Finanzierung des neuen Probelokals beigetragen haben. Mit diesem besonderen Konzertabend wollte die Musikkapelle Naturns ihre Wertschätzung und Anerkennung für die großzügige Unterstützung zum Ausdruck bringen. Ein herzlicher Dank gilt darüber hinaus allen Besucher:innen, Mitwirkenden und Helfer:innen, die zum Gelingen der Sommernachtskonzerte beigetragen haben.
Ob NATURNS 1 nach dieser turbulenten Jungfernfahrt noch einmal auf Zeitreise geschickt wird, bleibt offen. Für Gesprächsstoff haben Horst Heinrich und Brennpunkt-Babsi jedenfalls gesorgt.
Simon Lösch

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